Blutabnahme für Blutbild
Für ein großes oder kleines Blutbild muss man nüchtern sein | depositphotos – © Kzenon

Bei einem Blutbild oder Hämogramm handelt es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Befunde, die anhand einer Blutprobe erfolgt. Bei der Analysierung des Blutes werden die darin enthaltenen Bestandteile geprüft. So erhalten die Mediziner Aufschluss über die Anzahl der zellulären Blutbestandteile sowie über deren äußere Form. Für ein Blutbild nimmt der Arzt, bzw. die Arzthelferin Blut aus der Vene ab. Hierzu muss der Patient nüchtern sein.

Welche Werte gehören zum kleinen Blutbild?

Für zahlreiche Routineuntersuchungen reicht das kleine Blutbild aus. Es wird zusammengestellt, wenn ein Verdacht auf eine Infektion oder auf Entzündungen besteht. Auch der Verdacht auf Anämien, Tumore, Gerinnungsprobleme oder Blutkrankheiten ist ein Anlass für das kleine Blutbild. Zudem dient es als Kontrolle für einen Krankheitsverlauf und vor einem operativen Eingriff.

Die wichtigen Werte des kleinen Blutbilds beziehen sich auf die Anzahl der roten und weißen Blutzellen (Erythrozyten und Leukozyten) sowie der Thrombozyten (Blutplättchen).

Des Weiteren misst man die Konzentration von Hämoglobin und den Hämatokrit-Wert. Bei diesem handelt es sich um den prozentualen Anteil von Blutzellen im Blut. Detaillierte Werte wie MCH, MCHC und MCV beziehen sich auf die Hämoglobinmenge, die durchschnittliche Hämoglobin-Konzentration und das durchschnittliche Volumen des Erythrozyten.

Bei dem kleinen Blutbild geht es darum, die Werte zu überwachen. Die verschiedenen Blutstoffe weisen auf bestimmte Erkrankungen oder Störungen hin. Welche Krankheit tatsächlich vorliegt oder ob es sich lediglich um eine vorübergehende Stresssituation handelt, die die Veränderung der Blutwerte auslöst, kann erst durch eine eingehende Untersuchung und ausführliche Arzt-Patienten-Gespräche herausgefunden werden.

Hinweise auf Mangelerscheinungen oder andere Probleme

Schlechte MCH-Werte und auch andere unterdurchschnittliche Blutbildwerte deuten häufig auf eine mangelnde Nährstoffzufuhr hin. Unter anderem wirkt sich eine Anämie ungünstig auf die Werte aus. Teilweise hängt eine rapide Verschlechterung der Blutwerte auch mit der Einnahme von Medikamenten zusammen. Dann ist eine neue Einstellung erforderlich.

Wenn die MCH-Werte zu niedrig sind, so deutet das beispielsweise auf einen Mangel an Vitamin B6, Eisen oder Kupfer hin. Bei zu hohen MCH-Zahlen kann es sich hingegen um einen Folsäure-Mangel oder über eine unzureichende Zufuhr von Vitamin B12 handeln. Erkrankungen eines Organs wie Niere oder Leber beeinträchtigen ebenfalls die Blutwerte. Um sich wieder gesund zu fühlen, sollten die Patienten nicht nur ihre Ernährung überdenken, sondern auch Gewohnheiten wie das Trinken von Alkohol und Rauchen aufgeben.

Welche Werte gehören zum großen Blutbild?

Das große Blutbild beinhaltet das kleine Blutbild sowie das Differenzialblutbild. Dieses Differenzialblutbild dient dazu, die Leukozyten zusätzlich zu unterteilen. Durch diese detaillierte Aufteilung in Untergruppen und mehrere Reifungslevel lässt sich das Immunsystem genauer kontrollieren. Das liegt daran, dass die Leukozyten Komponenten des Immunsystems sind.

Zu dem Differenzialblutbild gehören die folgenden Untergruppen: stabkernige und segmentkernige neutrophile Granulozyten, eosinophile und basophile Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten.

Ein schlechter Granulozyten-Wert kann eventuell auf eine gefährliche Herzerkrankung hinweisen, auf eine Vergiftung oder Lungenentzündung. Der Monozyten-Wert erhöht sich bei einer Infektion durch Bakterien oder Pilze. Für den Verdacht auf eine Krebserkrankung wie Leukämie ist oft ein erhöhter Lymphozyten-Wert verantwortlich. Bei Autoimmunkrankheiten verringert sich hingegen der Lymphozyten-Wert.

Welcher Bluttest beim Check-up gemacht wird

Der Check-up 35 basiert im Allgemeinem auf dem kleinen Bluttest, beinhaltet jedoch noch weitere Werte wie Cholesterin, Blutzucker und Harnsäure. Diese Zahlen geben Aufschluss über eventuell bestehende Risikofaktoren, die wiederum Gefäßerkrankungen und Bluthochdruck auslösen können. Auch Gelenkbeschwerden und Diabetes hängen oft mit verschlechterten Blutwerten zusammen. Genau darum haben die Ärzte den kleinen Bluttest im Rahmen des Check-ups erweitert.

Je nachdem, wie die gemessenen Werte aussehen, ist eine zusätzliche Untersuchung erforderlich. Zudem benötigen die Patienten zusätzlich zu dem Blatt mit ihren Werten eine ausführliche Interpretation. Die Testergebnisse alleine reichen nicht aus, um beispielsweise Cholesterin- und Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Darum ist es wichtig, dass der Arzt sie auf mögliche Therapien oder auf eine Umstellung der Gewohnheiten hinweist. Auch die Besprechung von Krankheitsquellen hilft den Betroffenen weiter und motiviert sie dazu, gesünder zu leben und sich bewusster zu ernähren.