Blutarmut – Unterstützung durch Ernährung

  1. Was ist Blutarmut?

Der medizinische Fachbegriff für Blutarmut, Anämie, stammt aus dem Griechischen (αναιμία / anaimía) und heißt übersetzt „Blutleere“. Eine Anämie bedeutet, dass den Erythrocyten, also den roten Blutkörperchen, Hämoglobin fehlt, das ist der rote Blutfarbstoff. Im Blut von Männern befinden sich im Durchschnitt 14 bis 18 Gramm Hämoglobin pro Deziliter, bei Frauen im Durchschnitt 12 bis 16 Gramm Hämoglobin pro Deziliter. Ist dieser Wert deutlich verringert, liegt wahrscheinlich eine sogenannte Blutarmut vor.

Es gibt verschiedene Arten der Anämie.

  1. Eisenmangelanämie, oft verursacht durch Eisenmangel in der Ernährung oder kontinuierliche, leichtere Blutungen.
  2. Aplastische Anämie, eine Blutbildungsstörung im Rückenmark.
  3. Akute Blutungsanämie , die durch größeren Blutverlust z.B. nach Verletzungen hervorgerufen wird.
  4. Perniziöse Anämie, bei der Vitamin B12 fehlt.
  5. Hämolytische Anämie, bei der die roten Blutkörperchen beschleunigt zerfallen.
  6. Anämie infolge von Knochenmarkserkrankungen.

Eine der häufigsten Form von Anämie ist die Eisenmangelanämie, wobei dennoch die genaue Art einer vermuteten Anämie medizinisch abgeklärt werden muss.

  1. Welche Symptome können auftreten?

Unabhängig von der Ursache ähneln sich die Symptome, die mit einer Anämie einhergehen, unterscheiden sich allerdings natürlich in ihrer Schwere. Manche Symptome sind für den Laien erkennbar, wie etwa die blasse, wenig durchblutet scheinende Haut. Auch gelegentlich auftretende Synkopen (Ohnmachten, Kollapse) können ein Anzeichen für Blutarmut sein. Weitere Symptome wie Schwäche und Müdigkeit, Herzklopfen oder Kopfschmerzen, kalte Hände und Füße, Appetitlosigkeit oder ungewöhnliches Verlangen nach bestimmten Substanzen stellen Betroffene subjektiv an sich selber fest. Bei regelmäßiger Blutdruckkontrolle ist auch ein niedriger Blutdruck eindeutig messbar.

  1. Bei wem besteht ein erhöhtes Risiko für Eisenmangelanämie?

Gefährdet sind folgende Bevölkerungsgruppen:

  • Frauen. Durch den menstruationsbedingten, regelmäßigen Blutverlust besteht ein grundsätzlich höheres Risiko für einen geringeren Eisenanteil im Blut. Ebenso besteht während der Schwangerschaft ein erhöhter Eisenbedarf.
  • Kinder. Während ihres Wachstums benötigen Kinder besonders viel Eisen. Ernähren sie sich ungesund, besteht die Gefahr eines Eisenmangels.
  • Vegetarier, Veganer, Frutarier. Rotes Fleisch ist ein wichtiger Eisenlieferant. Wer kein Fleisch isst, muss darauf achten, genügend Eisen auf anderem Weg zu sich zu nehmen.
  • Regelmäßige Blutspender*innen. Es besteht die Möglichkeit, dass regelmäßiges Blutspenden den Eisenspiegel im Blut reduziert. Wenn jemand wegen Eisenmangels beim Blutspenden abgelehnt wird, sollte vorsorglich ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht werden.
  1. Wie wird Anämie diagnostiziert?

Der erste Schritt, bei dem Anämie festgestellt werden kann, ist das Blutbild. Ergänzend können weitere Untersuchungen angeordnet werden, wie beispielsweise ein Urintest, ein Stuhltest, eine Kolonoskopie (Dickdarmspiegelung) oder in seltenen Fällen ein Knochenmarkstest. Untersuchungen wie diese geben darüber Auskunft, ob überhaupt eine Anämie vorliegt, und sofern das der Fall ist, um welche Art es sich handelt.

  1. Wie sieht eine Behandlung aus?

Einer durch Nahrung oder Lebenssituation verursachten Anämie kann relativ problemlos durch eine gesunde Lebensführung vorgebeugt werden. Wenn nicht bekannt ist, ob eventuell noch andere Ursachen für die Erkrankung vorliegen, sollte unbedingt eine Ärztin/ein Arzt für Hämatologie zurate gezogen werden.

Worauf sollte bei der Ernährung geachtet werden?

Der normale Tagesbedarf an Eisen sieht wie folgt aus:

  • Kinder bis 10 Jahre: 8-10 mg
  • Jugendliche: 12-15 mg
  • Frauen zwischen Pubertät und Wechseljahren: 15 mg
  • schwangere Frauen: 30 mg
  • stillende Frauen: 20 mg
  • Frauen nach den Wechseljahren und Männer: 10 mg

Im Idealfall wird dieser Bedarf durch die Nahrung gedeckt.

Es gibt eine ganze Reihe von Lebensmitteln, die dabei helfen können, den Eisenspiegel im Blut stabil zu erhalten bzw. zu erhöhen. Auf einem ausgewogenen Speiseplan finden sie problemlos Platz.

  • Rotes Fleisch steht als Eisenlieferant weit oben, gemeinsam mit Schwein und Geflügel.
  • Auch Fisch und Meeresfrüchte enthalten viel Eisen.

Besonders interessant für fleischlos lebende Menschen sind die vielen Gemüsesorten, die größere Mengen an Eisen enthalten:

  • grünes Gemüse und Salate, z.B. Brokkoli, Rukola, Rosenkohl, Grünkohl, Feldsalat, Mangold, Spinat, Kresse.
  • Hülsenfrüchte.
  • Bestimmte Cerealien: Haferflocken, Hirse, Quinoa.
  • Sogar Knabbereien weisen ihren Anteil an Eisen auf: Trockenfrüchte, Kürbiskerne, Pistazien, Sonnenblumenkerne.

Hinzu kommen Nahrungsmittel, die dem Körper die Aufnahme von Eisen erleichtern und zwar im Prinzip alles, was viel Vitamin C enthält wie Sanddorn, schwarze Johannisbeeren, Bärlauch, Paprika.

Auf der anderen Seite gibt es einige Lebensmittel, die die Aufnahme von Eisen erschweren. Das sind unter anderem Milchprodukte, Genussmittel wie Kaffee, Kakao, Tee, Rotwein, mit Phosphaten angereicherte Lebensmittel, wie beispielsweise Eis oder Softdrinks. Auf all diese muss nicht unbedingt verzichtet werden, es empfiehlt sich aber, zwischen der Aufnahme der eisenreichen Speisen und der Eisenaufnahmehemmer ein bis zwei Stunden Pause zu lassen.

  1. Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll bei Blutarmut?

Wenn es durch die Nahrung nicht gelingt, genügend Eisen aufzunehmen, greift möglicherweise zu eisenhaltigen Ergänzungsmitteln wie etwa Chlorella und Spirulina (beides Mikroalgen) oder Gerstengras, welches sich auch zu Hause auf der Fensterbank anbauen lässt.

Ohne medizinischen Rat sollten Eisenpräparate trotzdem nicht einfach so genommen werden. Nach Absprache mit den behandelnden Ärzt*innen findet sich jedoch beispielsweise bei Shop Apotheke eine große Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln für unterschiedliche Bedürfnisse und gesundheitliche Situationen.